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Maja Lunde: Der Traum von einem Baum.


Anfang des 22. Jahrhunderts könnte die Welt eine andere sein. Der Roman beschreibt sie teilweise.

Der Klimawandel ist im 22. Jahrhundert in vollem Gange. Viele AutorInnen widmen sich inzwischen dem Thema, so auch die Norwegerin Maja Lunde, die mit „Der Traum von einem Baum“ ihr Klimaquartett vollendet.  

Familienzusammenhalt, Umweltzerstörung, naturnahes Leben am Rande der Welt auf Spitzbergen, die berühmte Samenbank ("Svalbard Global Seed Vault", Tresor mit "Saatgut von Nutzpflanzen aus aller Welt", 2008 geöffnet) und viele weitere Aspekte werden im Roman zu einer stringenten Story verwoben.

Insgesamt hätte ich mir jedoch mehr inhaltliche Tiefe und Wucht gewünscht, mehr Drive. Auch vom Leben der Menschen in China (die RetterInnen der Kinder auf Spitzbergen kommen aus China angereist) hätte ich mir Gehaltvolleres gewünscht. Wie lebt man dort, was hat der Klimawandel am anderen Ende der Welt angerichtet und warum kommen die RetterInnen gerade aus China? Ob Tommy auf Spitzbergen, der Protagonist immerhin, sich heute so fühlt und morgen dies und jenes denkt, seine Sorgen rund um die ihm zugeworfene Verantwortung… hätten etwas weniger ausführlich dargestellt werden können. Fast meint man, Maja Lunde hat einen Sohn im gleichen Alter, dessen Sein und Fühlen sie in die Story eingräbt. Das, was mich interessiert ist: Warum konnte es zum Kollaps kommen? Dazu gab es nur wenige Zeilen. Immerhin die Erkenntnis, dass die Masse der heutigen Menschen wahrscheinlich zu dumm ist, um zu erkennen, worauf ihr Tun hinausläuft.   

Trotzdem ein gelungenes Buch. Überhaupt fühlt man sich besser vorbereitet auf das, was kommen könnte, wenn man die Bücher von Maja Lunde gelesen hat. Alle Bücher des Quartetts haben mich beeindruckt und mein Denken erweitert.

Das Klimaquartett

Die Geschichte der Bienen | Die Geschichte des Wassers | Die Letzten ihrer Art | Der Traum von einem Baum

Maja Lunde, Der Traumvon einem Baum, c btb 2023.